Kaffeesorten - Anbau und Ernte

 

Es gibt über vierzig verschiedene Kaffeesorten, die bekanntesten sind Arabica (60% Marktanteil) und Robusta (36% Marktanteil).

Arabica gilt als der hochwertigere Kaffee, da er feinere Geschmacksnuancen und weniger Bitterstoffe hat. Robusta dagegen schmeckt rassiger, hat einen doppelt so hohen Koffeingehalt und bildet eine feinere Crema. Aus diesem Grund wird für Espresso gerne eine Mischung aus beiden Sorten verwendet.

Die Qualität eines Kaffees wird aber nicht nur durch seine Sorte bestimmt, bei der auch das Anbaugebiet, das Klima und der Boden für Geschmacksunterschiede sorgen. Jeder Kaffee ist so einzigartig, wie die Region aus der er stammt. Ernte- und Aufbereitungsmethoden und natürlich letztendlich die handwerkliche Röstung sorgen für den Feinschliff am Aroma, um sämtliche Geschmacksnuancen freizulegen.

 

Weiße Blüten rote Kirschen  

 

Die Kaffeepflanze „Coffea“ ist ein bis zu vier Meter hoher Strauch. Nach der weißen Blüte bilden sich rote Steinfrüchte, die sogenannten Kaffeekirschen, in denen jeweils zwei Kaffeebohnen, enthalten sind. Die Kaffeepflanze erreicht nach sechs bis acht Jahren ihren höchsten Ertrag (für ca. 12 Jahre). Kaffeesträucher benötigen ein ausgeglichenes Klima ohne große Temperaturschwankungen. Aus diesem Grund liegt das Hauptanbaugebiet rund um den Äquator, im sogenannten Kaffeegürtel.

Geerntet wird in der Regel ein- bis zweimal im Jahr drei Monate lang, da die Kirschen versetzt reifen. Nur die Gebiete direkt am Äquator können das ganze Jahr über bepflückt werden.  

Arabica-Bohnen werden überwiegend im Picking geerntet. Bei dieser aufwändigen Methode werden nur die vollreifen Kirschen gepflückt, so dass die Plantagen drei Monate lang alle zehn Tage abgeerntet werden. Robusta-Kaffee wird oft im Stripping geerntet. Alle Früchte, unabhängig vom Reifegrad, werden auf einmal, teilweise mit Erntemaschinen, vom Zweig gestreift, wodurch eine Verminderung der Qualität entsteht.

Da die geernteten Kaffeekirschen nicht haltbar und transportfähig sind, wird die Umhüllung, inklusiv Fruchtfleisch und Silberhäutchen entfernt. Die gängigsten Methoden sind trockene und nasse Aufbereitung. Bei der trockenen Aufbereitung werden die Früchte auf Trockenflächen großflächig ausgebreitet und bis zu fünf Wochen von der Sonne getrocknet. Bei einer Restfeuchte von zwölf Prozent können die Bohnen ohne Rückstände herausgeschält werden.

Bei der nassen Aufbereitung werden die Früchte mechanisch vom Fruchtfleisch befreit, fermentiert, gewaschen und im Anschluss bis zu zwei Wochen lang getrocknet. Für jedes Kilogramm Rohkaffee werden bei diesem Verfahren 150 Liter Wasser benötigt.